Da TurboWind-Chef Ingo Kanira bei der “Erörterung von Einwendungen gegen das Windparkprojekt Schlüchtern-Breitenbach” am 5. Oktober 2016 Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Infraschall ein “Mysterium” nannte, sei hier auf ernste Warnungen aus Medizinerkreisen hingewiesen:

Die “Ärzte für Immissionsschutz” (AEFIS) warnen schon lange eindringlich davor, die vom Infraschall ausgehenden Gefahren zu ignorieren, wie dies Politik und Windindustrie tun. In einem “Positionspapier zu Gesundheitsrisiken beim Ausbau der Erneuerbaren Energien” stellte AEFIS im Februar 2015 u.a. fest:

  • Von Befürworterseite wird den modernen Windkraftanlagen per se eine gesundheitliche Unbedenklichkeit unterstellt, die wissenschaftlich nicht belegt ist.
  • Es gibt keine belastbaren Studien, die die Unbedenklichkeit von langfristiger Einwirkung tieffrequenten Schalles unterhalb der Hörschwelle beweisen!
  • Die “Wahrnehmungsschwelle” als untere Grenze des Gesundheitsschutzes ist heute nicht mehr akzeptabel. Eine auf den vorliegenden medizinischen Wirkungen basierende „Wirkungsschwelle“ muss zukünftig den Rahmen der gesundheitlichen Belastung der
    Bevölkerung festlegen.
  • Die Abwehr von Gesundheitsschäden kann nicht einer gewollten technischen Entwicklung geopfert werden, sondern muss zwingend mit dieser Entwicklung Schritt halten.

Auf den AEFIS-Webseiten ist auch Literatur über Infraschall und dessen Einfluss auf die Physiologie des Menschen abrufbar. Darunter ist auch die “Machbarkeitsstudie Infraschall” des Umweltbundesamtes, auf die in dem Bad Orber Vortrag von Dr. Kuck mehrfach hingewiesen wurde.


An diesen Warnungen ist nicht das Geringste mysteriös. Sie beruhen auf Praxiserfahrungen mit Patienten. Zudem konnte mittlerweile ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Infraschallexposition und gesundheitlichen Schädigungen nachgewiesen werden (Cooper 2015). Ein wissenschaftlich knallharter, belastbarer Beweis.

Prof. Dr. Michael Elicker

Prof. Dr. Michael Elicker

Der renommierte Verfassungsrechtler und juristische Windkraftexperte Prof. Michael Elicker spricht denn auch von einem staatlichen Versäumnis, diesen nunmehr als Tatsache zu wertenden Dosis-Wirkungs-Zusammenhang im Rahmen seines verfassungsrechtlichen Schutzauftrags gemäß Art. 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes nicht angemessen zu berücksichtigen. Dieser Auftrag “das Leben und die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen zu schützen, d.h. vor allem auch vor rechtswidrigen Eingriffen von Seiten anderer zu bewahren”, dürfe beim Durchdrücken von Windkraftanlagen nicht einfach so ignoriert werden (Douglas 2016). Dabei werde oft verkannt, dass die staatliche Schutzpflicht für Leib und Leben der Menschen nicht erst dann einsetzt, wenn eine Gefahr endgültig nachgewiesen ist. Schon Hinweise sollten die Alarmglocken läuten lassen – auch bei Bürgermeistern, Stadtverordneten usw., denn hier werden zukünftig verstärkt Haftungsfragen auf die politischen Akteure zukommen.

Wenn es zum Beispiel schon heute nachweisbar nicht mehr möglich ist, in einer Konzentrationszone von Windkrafträdern wie an Nord- oder Ostsee einen überlebensfähigen Nachwuchs von Tieren aufzuziehen, so Prof. Elicker, liegt der Verdacht nahe, dass sich Infraschall & Co. genauso auf menschliche Embryonen auswirken. Und da heute jeder, der wissen will, wissen kann, dass diese Gesundheitsrisiken bestehen, können sich auch Stadtverordnete (persönliches Haftungsrisiko!) bzw. Gemeinden nicht mehr auf Unwissenheit herausreden, wenn sie in Haftung genommen werden sollten, weil sie Hinweise auf Risiken zu Lasten der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger ignorierten. Je weiter die wissenschaftliche Erkenntnis voranschreitet, desto enger wird es mit den Ausreden werden.

Der enge Grat der Korruption

Elicker weist noch auf einen weiteren Straftatsbestandskreis hin. Der Gesetzgeber habe nämlich bereits 1997 die Korruptionstatbestände erheblich verschärft. Schon Dinge, die geeignet sind, den Anschein von Unsauberkeit in der öffentlichen Verwaltung zu erzeugen, können strafrechtlich verfolgt werden. Habe z.B. ein Bürgermeister Abreden getroffen, die seiner Stadt bestimmte Vorteile verschaffen aber nicht regelgerecht erlangt wurden, begründe das eine sogenannte Unrechtsvereinbarung im Sinne des Strafgesetzbuches.Tatsächlich mehrten sich im Bereich gemeindlicher Windkraftnutzung die Fälle, bei denen die Staatsanwaltschaft gegen Bürgermeister einschreitet.

Ein weiteres Korruptionsfeld seien Verträge, die so lange vor der Verabschiedung des Flächennutzungsplans mit irgendwelchen Projektierern im Voraus geschlossen wurden, dass sie nach aller Wahrscheinlichkeit das beeinflussten, was im Stadtrat später beschlossen wurde.

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