Rolf Moritz – Rede auf der Stadtverordnetenversammlung Schlüchtern 26.09.2016

Das Waldgebiet von der Brathähnchenfarm, über Ohl, Albrechtshütte nach Breitenbach soll mit 10 Windkraftanlagen industriealisiert werden. Diese Art der Stromerzeugung diene dem Umweltschutz sagen die Befürworter.

Was sind die Fakten?

Der derzeit bestehende Wald  liefert uns Erholung und Gesundheit, er ist die Heimat einer mannigfaltigen Pflanzen- und Tierwelt, er liefert nachhaltig Holz für alle Baubereiche und Rohstoff für eine kohlendioxidneutrale Verbrennung. Eine Buche liefert 1,7 kg Sauerstoff in der Stunde, das reicht für 50 Menschen. Der gerodete Wald würde durch Photosynthese 200 t Kohlendioxid im Jahr vernichten.

10 Windkraftanlagen bringen 1 800 t Stahl in den Wald, bedeuten 35 000 t Beton im Boden, bedeuten 75 000 qm Rodungsfläche, autobahnähnliche Zufahrten, geschredderte Rotmilane, bedeuten radioaktiven Abraum von Thorium und Uran und können im Brandfall nicht gelöscht werden.

Kann man dies für ein angeblich höherwertiges Ziel in Kauf nehmen?

Die Stromerzeugung per Windkraftanlagen ist fundamentaler Unsinn. Windkraft ist wetter-wendisch, Windkraft ist unstetig, sie schwankt permanent zwischen 0 % und 80 % der Nennleistung. Mit solchem Flatterstrom ist eine Energieversorgung unmöglich; solange für Windstrom keine Speicher zur Verfügung stehen, die Minimum eine Woche Flaute ausgleichen können, muß dafür ein Park fossiler Kraftwerke vorgehalten werden mit einer Leistung, die zur alleinigen Versorgung des Landes ausreichen würde. Die Energiewende bedeutet also die Errichtung und Versorgung zweier paralleler Stromerzeugungssysteme.

Aber selbst der gelieferte Strom einer Windkraftanlage ergibt keinen Nutzen, denn der Erntefaktor von Windkraftanlagen beträgt mickrige °°°1,… °°°, das heißt: Die Energie, die eine Windkraftanlage während ihrer Lebensdauer liefert, hat man vorher für Bau, Errichtung und Wartung schon benötigt, sie reproduziert sich also lediglich.

Nur die 25 Milliarden EEG- Zwangsabgabe, die man dem normalen Stromkunden abverlangt, halten diese System am Leben.

Wie kann man sich dagegen wehren?

§ 903, Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch sagt:
Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht Rechte Dritter entgegenstehen, mit dieser Sache nach Belieben verfahren.

Eigentümer dieses Waldes sind die Bürger von Schlüchtern, sie verfügen also über die Art der Nutzung dieses Waldes; mit der Wahl haben sie die Stadtverordneten mit diesem Mandat aus-
gestattet, dieser Antrag ist somit urdemokratisch.

Aber der Magistrat hat schon Verträge mit dem Antragsteller unterzeichnet!

§ 2, Satz 1 der Hauptsatzung der Stadt SLÜ sagt:
Die von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Sie trifft die wichtigen Entscheidungen und überwacht die gesamte Verwal-tung.

Und weiter:

Der Magistrat besorgt die laufende Verwaltung. Der Haushaltsplan ermächtigt ihn, Ausgaben zu leisten und Verpflichtungen einzugehen.

Und weiter:

10 Bereiche hat die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat zur Entscheidung übertragen, alles sind rudimentäre Verwaltungsakte, nirgends millionenschwere Pachtverträge zur Industriealisierung von Wald in städtischem Besitz, nie hat der Magistrat ein Mandat zum Abschluß solcher Verträge erhalten.

Eindeutig hat hier der Magistrat seine Machtbefugnisse überschritten

Die Umnutzung dieses Waldgebietes für Windkraftanlagen ist nicht zu verantworten!

Stimmen Sie deshalb dem CDU- Antrag zu.

Vielen Dank.

Soweit die Rede von Rolf Moritz, der die Schwindelwindfraktion erwartungsgemäß ausser billiger Polemik nichts entgegenzusetzen hatte. Da war von “Populismus” die Rede (stets erste Wahl bei Argumentverlegenheit), und die Gebetsmühle mit dem “Wir brauchen die Windräder für den Atomausstieg”-Mantra wurde eifrig geleiert. Dass das gar nicht funktionieren kann, tut dem Wunderglauben vom grünen Wachstum keinen Abbruch.