Am 16. September 2016 hielt Harry Neumann, Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender Hessen der Naturschutzinitiative e.V., in der Stadthalle Schlüchtern einen fulminanten Vortrag zum Thema “Natur, Mensch und Landschaft als  Opfer einer falschen Energiepolitik”. Die knapp 90-minütige PowerPoint-Präsentation sollte all jenen den Zahn gezogen haben, die noch an das Märchen vom “sauberen” Strom dank Subventionspropellern glauben. “Das ist kein sauberer Strom”, sagte Neumann abschließend, “das ist blutbefleckter Strom!“, der da aus zerstörten Wäldern und durch hunderttausendfach getötete Fledermäuse und Vögel gewonnen wird. Die Gesellschaft müsse sich entscheiden, ob sie für eine de facto mittelalterliche Technologie mit gerade mal 13%iger Effizienz und einem marginalen Beitrag zur  vorgeblichen Klimarettung bereit ist, die flächendeckende Landschaftszerstörung hinzunehmen.

Zum gutachterlichen “Fall Breitenbach” sagte Neumann, er habe das Turbowind-Gutachten von Biologen und dem Anwalt der Naturschutzinitiative prüfen lassen. “Unseres Erachtens handelt es sich um ein reines „Gefälligkeitsgutachten“. In keinem Fall können die Verbotstatbestände nach dem Bundesnaturschutzgesetz ausgeschlossen werden, so dass die Anlagen daher auch nicht genehmigungsfähig sind.”

Die Kernaussagen von Neumanns Vortrag lassen sich

ausführlich in seinem KN-Interview nachlesen

 

Blog_Harry_Neumann_NI_kleinAnhand zahlreicher Schaubilder legte Neumann das Lügengespinst offen, mit dem Windlobby, Politik und Medien die für dumm verkauften Bürger dazu bringen, die Verheerung ihrer heimischen Landschaften hinzunehmen und dafür auch noch zu zahlen. Gewinn für die Umwelt aus dem Schwindelwind-Goldgräbermodell: praktisch Null. Zu dem ökonomischen Irrsinn kommt nämlich noch die ökologische Katastrophe, die durch die Verwandlung unserer Wälder in Windindustriegebiete angerichtet wird:

  • Der CO2-Ausstoß steigt, da fossile Schattenkraftwerke – die wg. fehlender Grundlastfähigkeit der 26.000 Flatterwindpropeller rund um die Uhr bereitstehen müssen – die Energieversorgung sicherstellen müssen. M.a.W.: Je mehr unsere Landschaften verspargelt werden, desto mehr Kohle- und Atomstrom muss im Schwachwindland Deutschland für die notorischen Flauten vorgehalten werden.
  • Wälder sind an Land die wichtigsten Kohlenstoffsenken. Und ausgerechnet diese werden durch ihre Freigabe für den großen Windwahn-Raubzug in einem höheren Ausmaß zerstört, als durch die wenigen angeblich „sauber“ gewonnenen Kilowattstunden jemals erzielt werden können.
  • Die Eingriffe durch Windindustrieanlagen stellen mittlerweile eine der größten Gefahren für die biologische Vielfalt dar (“Biodiversitäts-Desaster”). Was angeblich geschützt werden soll, wird heute also durch den größten Raubbau am Wald seit Menschengedenken bedroht und zerstört.

“Von der ‘Energiewende’ zum ‘Biodiversitäts-Desaster'” lautete denn auch der Untertitel von Neumanns Vortrag, eine Reverenz an den berühmten gleichnamigen Aufsatz von Martin Flade, einem der führenden Ornithologen Deutschlands.

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“War der Neumann nicht mal ein hohes Tier beim BUND?” fragte neulich jemand, als wir die geplante Veranstaltung bekanntmachten. Richtg. War er. Vorsitzender des BUND in Rheinland-Pfalz bis zum Rücktritt Ende 2014, Austritt 2015. Über die Gründe sprach Neumann zu Beginn seines Vortrags. Er sei viele Jahre lang mit Herzblut dabei gewesen, habe die Anti-Atom-Montagsspaziergänge für die Energiewende in Rheinland-Pfalz organisiert und hätte sich nie träumen lassen, den BUND jemals mit guten Gründen verlassen zu müssen. Er habe blauäugig versucht, originären Naturschutz zu machen, während viele Leute um ihn herum schon längst mit der Windindustrie vernetzt waren. Deren Widerstand bekam Neumann zu spüren – “subtil, offen, geheimnisvoll, bis hin zu Drohungen” – als er gegen geplante Windparks klagen wollte. Und als er dann die Lastwagenkolonnen auf autobahnbreiten Schneisen in die Wälder rollen sah, dämmerte ihm, dass die Verantwortlichen seines Vereins ganz andere Ziele verfolgten als originäre Naturschützer wie er oder BUND-Mitgründer Enoch zu Guttenberg, der schon 2012 aus gleichen Gründen die Reißleine gezogen hatte.

Wer die Quintessenz von Neumanns Natur- und Umweltverständnis verstehen will, schaue sich seine kurze “Mut zur Natur”-Rede als noch-BUND-Mitglied an:

 

Hier die vollständige SWR-Sendung “Eine Ode an den Stegskopf” vom 25. September 2012, in der sich an den Film noch ein Interview mit Harry Neumann anschließt. Außerdem kann man auf der Seite noch einmal in Ruhe den Text der Rede nachlesen.


Harry Neumanns Empfehlung an alle, die mit ihren bescheidenen Mitteln etwas gegen den umweltzerstörenden Windwahn tun wollen:

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KEINE POLITIKER & PARTEIEN WÄHLEN, DIE DEN

RAUBZUG AN NATUR, LANDSCHAFT & BÜRGERVERMÖGEN FÖRDERN

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