Berichte von einem legalen Verbrechen

Hier der Aufschrei einer Ramholzerin von Anfang Mai 2016:

Seit 4 Tagen läuft hier das WKA 6 (oberhalb der Steckelburg-Alten Burg), gestern hatten wir Nordwind… Es war unerträglich, ein Höllenlärm!!! Selbst durch die geschlossenen Fenster konnte man das Motorgeräusch und die Schläge der Schwingungen spüren, die Druckwellen gingen bis in das Haus… (1 km entfernt). Draußen konnte man es gar nicht aushalten, aber die Bevölkerung hier spielt ja keine Rolle.

6. Mai 2016:

Ich habe gestern abend vor Verzweiflung geheult weil der Lärm so laut war hier daß ich nicht schlafen konnte und in unserem Garten ein ohrenbetäubender Lärm durch die WKA`s  (flattschen und Motorgeräusche) zu hören war. Es ist für mich nicht mehr lebenswert hier wenn das so bleibt…

So ging das auch in den nächsten Monaten munter weiter. Hauptereignis: Viele Leute kauften sich Lärmmessgeräte in der Hoffnung, den Genehmigungsochsen des Regierungspräsidiums doch noch irgendwie ins Horn petzen zu können. Alles das Ergebnis eines skandalösen Genehmigungsverfahrens mit (schön-)hochgerechneten Lärmimmissionswerten, Nichteinhaltung von Mindestabständen zu Bruthorsten usw. usf. – Die betroffenen Bürger wurden dabei ganz “legal” völlig wehrlos gemacht. Wir leben eben im demokratischsten Hessen seit ’49. Dafür danken wir Dir, Wesir.

Man kann nur hoffen, dass der im Ort wohnende Investor auch nicht schlafen kann. Nicht wg. schlechtem Gewissen. Ein solches hat er ganz sicher nicht.

 

18. September 2016

Eine entnervte Mail aus Ramholz, 22.14 Uhr (Hauptadressat RP): “und weiter geht es – extreme Lautstärken bei kaum Wind, bei Windrichtung Ost. Bin gerade trotz geschlossenem Fenster aufgewacht. Das hochgerechnete Gutachten des Betreibers im Zuge der Genehmigung können Sie in die Tonne klopfen.

Die folgende Tabelle zeigt die Situation: alle Messwerte liegen über den höchstzulässigen 40 dB; die vom Investor bezahlten Experten für die “Machbarkeit von Planungen” haben alles am Bildschirm hübsch auf 39,7 dB hoch- äh runtergerechnet, damit die Genehmigungsfuzzis die Goldgrube brav abnicken konnten.

 

14.09.2016 22:06 2 m/s O dunkel 42,9 dB  sehr laut, sehr viele Werte über 40 dB, 30 sec.
14:9.2016 23:05 3 m/s O dunkel 47,4 dB extrem laut,Messung über eine Minute, alle Werte über 42 dB
14.09 23:14 3 m/s O dunkel 46,3 dB extrem laut, Messungen über eine Minute, alle Werte über 41 dB
15.09.2016 8:00 2-3 m/s O wolkenlos 45,3 dB extrem laut, Messung eine Minute, alle Werte über 40 dB
18.09.2016 8:44 1 m/s, kaum Wind am Boden NO bewölkt dunstig 41,4 dB
18.09.2016 21:59 Kein Wind am Boden keine Blattbewegung NO dunkel 47,3 dB, extrem laut,  alle Werte über 41,5 dB, störend im Schlafzimmer bei geschlossenem Fenster!

 

Kommentar aus Ramholz 19. September 2016:

Lärm unten ist in den Verordnungen der Planungsbehörde nicht vorgesehen, nur Lärmmessung oben. Es liegen allerdings über 300m Höhenunterschied zwischen der Emissionsquelle und dem Immissionsort. Das wurde bei der Planung genauso konsequent ignoriert, wie die Geländestruktur des Talkessels.
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Lärm, der von oben kommt, wird im Vergleich zu sonstigem Lärm als bedrohlicher wahrgenommen. Das haben die Grünen im Umfeld der Erweiterung des Frankfurter Flughafens immer wieder betont! Aber bei denen ist halt Lärm und Lärm nicht dasselbe, denn die unterscheiden zwischen gutem und bösem Lärm.

 

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KEINE POLITIKER & PARTEIEN WÄHLEN, DIE DEN

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