WKA-KopfschmerzAuch wenn man nicht gerade inmitten eines Wind-“Parks” steht, brummt einem beim Thema “Energiewende” manchmal der Kopf . Was ist Fakt, was ist Mythe, was Märchen oder strategische Lüge? Mit welchen unklaren Begriffen wird bewußt jongliert, um die Öffentlichkeit gepflegt hinters Licht zu führen?

Wer heute Zweifel an der Sinnhaftigkeit bzw. der wohlstandsneutralen Umsetzbarkeit des deutschen Alleingangs in Sachen Atomausstieg anmeldet, landet leicht im sozialen Abseits. Besitzen wir schon wieder “im Luftreich des Traums die Herrschaft unbestritten”, wie Heinrich Heine so trefflich den deutschen Nationalcharakter kennzeichnete – oder haben die Machbarkeitsapostel recht, die behaupten, Deutschland könne sich in ein, zwei Generationen schadlos von den thermischen Kraftwerken verabschieden?

Friedrich Schröder, Autor des Buches  Energiewende: Schwarzbuch hat einen sehr klaren und allgemeinverständlichen Artikel über Daten, Fakten, Hintergründe zur Energiewende (PDF) verfasst und uns gestattet, ihn als Grundlagentext in der hiesigen Diskussion zu verwenden.

Erst wenn alle darin angesprochenen Schwachpunkte der Energiewende ausgeräumt sind, könnte man auch für den Bergwinkel sagen: Es macht Sinn, weitere Monsterpropeller  zu installieren und dafür einen Teil der heimischen Landschaft zu opfern. Schröders Fazit lautet nämlich:

  • Solange es keine Speicher gibt, besteht auch kein weiterer Bedarf an Windenergieanlagen.

Im Einzelnen angesprochen werden u.a. folgende Punkte:

  • Die Gründe der Energiewende sind genausowenig schlüssig wie der zu ihrer Umsetzung eingeschlagenen Weg.
  • Der   Ausbau der Solar-  und  Windenergie  hat bis  heute  kein  einziges  Kilowatt  an  konventioneller  Kraftwerkskapazität  überflüssig gemacht.
  • Der Vergleich von installierter Leistung und Stromproduktion in 2014 zeigt geradezu deprimierend, einen welch geringen Beitrag Sonne und Wind  tatsächlich zur Stromversorgung beigetrugen.
  • Kein einziges Windrad zu Lande oder See ist in der Lage, irgendeinen Haushalt rund um die Uhr mit Strom zu versorgen.
  • Windenergieanlagen im Binnenland sind besonders ineffizient, weil die Windgeschwindigkeit hier nicht ausreicht, um WEA  heutiger Bauart effektiv (ihrer Nennleistung optimal entsprechend) zu betreiben.

All der teure Hokuspokus also ein Schuß in den Ofen. – Aus dem Artikel lernt man z.B. auch, daß in Schwachwindregionen wie dem Bergwinkel sich drehende Windräder noch lange kein Zeichen für Stromproduktion sind, sondern gewissermaßen optische Wellness-Placebos für Grünschnäbel darstellen. Aber lesen Sie selbst:

PDFFriedrich Schröder: Daten, Fakten, Hintergründe zur Energiewende (2015)

Übrigens, wer sich über den aktuell aus welcher Quelle gewonnen Strom informieren will, klicke in der Navigationsspalte rechts auf die Grafik Stromerzeugung heute.

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Windräder & Waldzerstörung

Ein weiteres Gebiet, auf dem Aufklärung und Faktenwissen nottun, ist die Frage der früher ausgeschlossenen Windraderrichtung in Waldgebieten.

Der seit Jahrzehnten im Natur- und Artenschutz tätige Forstingenieur Martin Görner hat hierzu in der Ostthüringer Zeitung vom 16. März 2015 Stellung genommen. Sein Hauptargument:

In Wäldern errichtete Windkraftanlagen schaden auf mehreren Ebenen den komplizierten im Wald stattfindenden biologischen Abläufen und bewirken tiefgreifende Beeinträchtigungen der Waldökologie. […]
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Je Windkraftanlage können bis zu 1 Hektar – also 10 000 Quadratmeter – Wald gerodet werden, was einer ungeheuren Veränderung des dem Wald eigenen „Waldinnenklimas“ entspricht. Es kommt ferner hinzu, dass Windkraftanlagen im Wald dem Klima schaden und die CO2-Konzentration in der Atmosphäre erhöhen. Wirtschaftswälder, in denen Holz geschlagen wird oder in denen Holzvorräte durch forstliche Maßnahmen aufgebaut werden, sind eine wirksame Kohlenstoffsenke.
Hier wird wieder einmal die skandalöse Doppelmoral der zu Klimarettern gewandelten einstigen Naturschützer deutlich: Nach jahrzehntelangem Kampf gegen das Waldsterben und für die Erhaltung der Biodiversität, werden nun kaltschnäuzig Voraussetzungen dafür geschaffen, “dass alle Schutz- und Fördermaßnahmen für waldbewohnende Arten nahezu in Frage gestellt werden” (Ostthüringer Zeitung 16.3.2015).
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Und hier noch etwas zum Lachen, wenn es nicht zu traurig wäre:
Begegnung mit einem, der sich als junger Ökorebell an Bäume gefesselt hat – und der heute intakte Landschaften “kitschig” und die vom Windwahn geschlagenen Wunden “schön” findet.

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Bürgermeister Falko Fritzsch – Die größte Investitionsbremse Schlüchterns.

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