Seit die “Energiewende” Deutschland bewegt, ist ein gespenstischer Mentalitätswandel zu  beobachten: Vormalige “Naturschützer” wechseln die Pferde und haben plötzlich den “Klimaschutz” vor den ideologischen Karren gespannt. Für die Chimäre, am deutschen Energiewendewesen könne das Weltklima genesen (Deutschland ist mit nur 0,0004712 % am C02-Gehalt der Luft beteiligt), sind urplötzlich Wald, Naturschutzgebiete, Fledermäuse und Vogelwelt piepegal. Selbst Schlüchterns oberster Vogelschützer, der bis dato jeden gefährdeten Heckenzug als Nistplatz der geliebten Piepmätze mit Zähnen und Klauen verteidigte, findet plötzlich nichts mehr dabei, wenn Windkraftanlagen auch geschützte Vogelarten bedrohen. “Windkraftgegner” würden gezielt tote Rotmilane unter Windkraftanlagen ablegen, um ihren verwerflichen Zielen näher zu kommen. – Wenn’s denn der Selbstberuhigung dient…

Rotmilan (ThKraft)

Foto: Thomas Kraft

Mit welcher Rücksichtslosigkeit mittlerweile Naturschutzbelange zum Nutzen der Windkraft-Subventionsindustrie beiseite geschoben werden, machten vor wenigen Tagen die Juristen Prof. Dr. Michael Elicker und Andreas Langenbahn am Beispiel Rotmilan deutlich. Obwohl nach gängiger Rechtsprechung weiterhin Windradvorhaben nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes dort unzulässig sind, wo sie zu einem “signifikant erhöhten Tötungsrisiko” für dort geschützte Tiere führen, würden Gemeinden und Windparkbetreiber dies systematisch ignorieren. Ergebnis: In Rheinland-Pfalz ist der Bestand dieser sowohl national als auch europarechtlich streng geschützten Art in den zehn Jahren seit Beginn der rücksichtslosen Nutzung des Waldes als Industriestandort für Großwindanlagen bereits um ca. 15% gesunken. Windräder sind heute Todesursache Nr. 1 für Rotmilane und da die meisten Tiere auf Jagdflügen während der Brutzeit von den Großwindanlagen zerhackt werden, sind die Folgeverluste durch das Sterben auch der Nestlinge besonders dramatisch.

In ihrem Aufsatz Windrad-Subventionsindustrie und Politik: Artenschutz adé! zeigen die beiden Juristen auf, in welch unglaublichem Ausmaß inzwischen der Artenschutz in einer perfiden Systematik zwischen den Entscheidungsebenen aufgerieben wird.”

*

Die BürgerBewegung Bergwinkel hat den Verdacht, dass im Schlüchterner Rathaus klar rechtswidrige Vorfestlegungen erfolgt sind und fordert daher:

  • Offenlegung der mit Windkraftbetreibern der Standorte Ramholz, Wallroth und Breitenbach geschlossenen Verträge;
  • Zugang zu den naturschutzrechtlich geforderten Gutachen;
  • eine Erklärung darüber, warum die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert wurde, um etwaige Einwände vorbringen zu können.

Ist beispielsweise beim Windpark Wallroth eine zumindest einjährige avifaunistische Prüfung erfolgt? Wir haben Zweifel, weil es starke Hinweise auf Rotmilan- und Schwarzstorchvorkommen in unmittelbarer Nähe zum geplanten Windpark gibt, die offenbar unterschlagen werden sollen.

Über die skandalöse Genehmigung des Windparks auf der Breiten First informiert die Ramholzer BI: Der Bergwinkel ist Rotmilan-Land. Die dortigen Rotmilan-Horste wurden im avifaunistischen Gutachten schlicht unterschlagen. Nachdem die “grüne” Regierungspräsidentin darüber informiert worden war, genehmigte sie den Windpark trotzdem – obwohl es nach bis dahin durchgeführter Genehmigungspraxis keine Genehmigung hätte gegeben dürfen. Die Entrechtung von Mensch und Natur für die Chimäre “Rettung des Weltklimas” durch deutsche Subventionspropeller schreitet munter voran.

 

 Dr. Karl-Heinz Schmidt   Schlüchtern