Breitenbacher Hausbesitzern droht ein empfindlicher Wertverlust ihrer Immobilie, wenn erstmal 10 Großwindräder die Aussicht verschandeln. Ein paar Schlaumeier, die an Windkraft-Fonds  beteiligt sind oder die ihre Flächen für Windräder zur Verfügung stellen, mögen Gewinne einfahren (selbst das ist nicht sicher, s.u.), aber die restlichen Mitbürger schauen  buchstäblich in die Röhre, denn ihr Immobilienbesitz wird bis zur Hälfte an Wert verlieren:

Laut Maklern ist zu beobachten, dass Kaufinteressenten – vor allem junge Familien – bei der Bauplatzsuche … einen großen Bogen um Gemeinden machen, von denen bekannt ist, dass an Gemeinde-Standorten WKA geplant sind. Zahlreiche Immobilien in der Nähe von WKA sind quasi unverkäuflich, erklärt Jürgen-Michael Schick, Sprecher des Verbands Deutscher Makler. Verbandsmitglieder in Niedersachsen und Schleswig-Holstein beklagten, dass einige Häuser seit Jahren mit Preisabschlägen von bis zu 40% angeboten würden. Dennoch gibt es nicht einmal Interessenten für diese Objekte…, sagt Schick.” (Quelle)

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die schon zwölf Jahre alte Studie  “Der Einfluß von Windkraftanlagen auf den Verkehrswert bebauter Wohngrundstücke” (Prof. Jürgen Hasse, in: Allgem. Immobilien-Zeitung, 08/2003, S. 27-31). Zu einer Zeit also, als viel weniger (und nur halb so hohe) WKA installiert waren und auch noch nicht Windparks massiert das Landschaftsbild beeinträchtigten wie heute, ergab eine Befragung unter Maklern in Schleswig-Holstein:

  • Fast alle bestätigten eine Auswirkung von WKA auf den Verkehrswert eines bebauten Wohngrundstückes.
  • Die meisten gaben an, dass zahlreiche Interessenten gleich vom Kauf Abstand nehmen, wenn sie von WKA in der Nähe des Wohngrundstückes erfahren.
  • Die Hälfte der Makler sah schon damals Werteinbußen zwischen 20 und 30 %, die andere Hälfte siedelte die Abschläge zwischen 5 und 20 % an.
  • Ein in Schleswig-Holstein großräumig agierender Makler merkte zusätzlich an: „Selbst einzelne WKA sind verkaufshindernd! Wenn dann teilweise 10 – 15  konzentriert stehen, ist ein Verkauf von Immobilien fast ausgeschlossen.“

Im gleichen Jahr war in der WELT (22.9.2003) zu lesen:

Immobilien, die sich nördlich von Windkrafträdern befinden, seien besonders betroffen. Die rotierenden Schattenwürfe der Propellerblätter würden als extrem störend empfunden.

Das ist genau das, was Breitenbach droht. Man kann nur raten, einmal den Sonnenstand zu beobachten und sich die 16 Giganten von 200 m Höhe  mit ihren 48 sich gegenüber der Ortslage drehenden Rotorblättern  vorzustellen.

Profit aus der Landschaftsverschandelung machen v.a. Investoren wie TurboWind, die Turbo-Euros dafür einsacken, dass sie an Schwachwindstandorten wie Breitenbach Windparks errichten. Der Witz am EEG ist nämlich, daß unser famoser Gesetzgeber umso mehr aus dem Steuersäckel zuschießt, je weniger Wind an einem Standort weht. Diese Gelddruckmaschine auf unser aller Kosten ist ein bombensicheres Geschäft – sicherer als an Starkwindstandorten!

s.a. Anlagenbau lässt Immobilien an Wert verlieren

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 Die lokalen Profiteure aus Zwangsenteignung anderer, Waldzerstörung und dem Gesundheitsrisiko , das sie ihren Mitbürgern aufhalsen, sollten sich aber nicht zu früh freuen. Das dicke Ende kommt immer zum Schluß. Und das heißt im Falle von WEA: Haftung und Rückbaukosten.

Die Betreiber der Anlagen haben meistens die Rechtsform einer GmbH, welche in den meisten Fällen mit 25.000 € haftet. Für alle vom Grundstück ausgehenden Gefahren haftet der Eigentümer. Im Normalfall übernimmt das die Versicherung des Pächters. Hier ist aber äußerste Vorsicht geboten, denn es gibt “höhere Gewalten“, bei der die Versicherung nicht zahlt. Bei Konkurs des Pächters haftet der Grundstückseigentümer [vollumfänglich], auch für die Rückbaukosten. Für den Rückbau werden ca. 5% der Kosten des Windrades gerechnet. Bei einer Anlage mit 140m Nabenhöhe und 4-5 Millionen € Baukosten, kann man mit ca. 250.000 € rechnen.

Die Kosten für die Entsorgung des Sondermülls in 20 Jahren kommen noch hinzu und sind unkalkulierbar. Selbst bei gleichbleibender Geldentwertung wird für den Rückbau in 20 Jahren ungefähr der doppelte Betrag benötigt, in dem Fall also 500.000€. (Quelle).

Für die erst unlängst errichteten drei WEA bei Wächtersbach-Neudorf liegt laut einem Schreiben der Regierungspräsidentin vom 30.1.2015 eine (hoffentlich über Bürgschaften o.ä. besicherte…) Sicherheitsleistung von 560.000 € vor. – TurboWind-Geschäftsführer Kanira gab bei der Veranstaltung in Breitenbach am 14. Januar 2015 an, dass dort pro Windrad 160.000 € an Sicherheitsleistung einkalkuliert seien. Also etwas weniger pro Anlage.

Die BürgerBewegung Bergwinkel fragt:

  • Hat Bürgermeister Fritzsch bei dem heimlichen Vertragsabschluß im April 2014 sichergestellt, dass die 25.000-Euro-GmbH TurboWind überhaupt in der Lage ist, Sicherheitsleistungen zu bieten, die das Hundertfache ihres Betriebskapitals ausmachen?

Wenn es nämlich zum Äußersten kommt, und die Stadt Schlüchtern für die 13 auf ihrem Gebiet geplanten WEA den Rückbau übernehmen müßte, weil TurboWind längst Geschichte ist, wo soll die Stadt dann die mindestens 2 Mio. Euro hernehmen, die dann fällig wären?

 

sagt nachher nicht ihr habt es nicht gewusst - GARAGE - Rubikone mail 150305_1