Dass sich unter der Breitenbacher Bevölkerung kaum Protest gegen den geplanten Windpark mit 16 Monsterrädern vor ihrer Haustüre regt, hat nicht nur mit der Angst, den Dorffrieden zu stören zu tun. Die Lethargie ist auch systematischer Desinformation geschuldet, mit der Medien und Politik die Risiken des ungezügelten Windkraftausbaus gezielt verharmlosen oder leugnen. “Windkraft ist gesund und sicher”, wird der Bevölkerung eingebleut. Aber ist sie das wirklich?

Die Anzeichen mehren sich, dass dem keinesfalls so ist. Die Dutzende wissenschaftlicher Studien, die schon länger Zweifel an der Harmlosigkeit insbesondere des nicht hörbaren Infraschalls wecken, wurden unlängst von einer   bahnbrechenden Studie des führenden australischen Akustikers Steven Cooper in den Schatten gestellt (Cape Bridgewater Wind Farm Acoustic Study, 21. Januar 2015). Cooper fand eine klare Verbindung zwischen dem von Windrädern ausgehenden Infraschall und Klagen über “unerträgliche Empfindungen” von Anwohnern wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrasen, Druck in Kopf, Ohren oder Brust usw. (Zusammenfassung der Studie; engl.)

Kommen wir auf Breitenbach und seine 637 Einwohner zurück (Stand 2008). Der  Bad Orber Mediziner Dr. Eckard Kuck hat in einem Vortrag (Video) festgestellt, daß etwa 10-20 % der Bevölkerung sensibel auf Infraschall reagieren. Mit anderen Worten: Rund 60-120 Breitenbacher dürften mit Unwohlsein wenn nicht gar Erkrankung reagieren, wenn sich erstmal sage und schreibe 16 der modernsten Monstermühlen vor ihrer Haustür drehen. Und zwar in Hauptwindrichtung. Unhörbar aber wirksam werden sie mit tieffrequentem Schall “dauerbestrahlt” werden. Auch von den entferntesten Anlagen, denn Infraschall wirkt bis zu 10 km weit und noch weiter.

Das sollte gerade Familien mit kleinen Kindern aufhorchen lassen, denn die reagieren besonders empfindlich. Die einschlägigen Vorkämpfer für angeblich “sauberen” Windstrom werden die Gefahren und Risiken weiter gebetsmühlenartig leugnen. Man sollte sich davon nicht irritieren lassen, denn die Wahrheit kommt zunehmend ans Licht. Nach entsprechenden Hinweisen auf gesundheitsschädliche Schallemissionen von Windkraftanlagen entbrannte in Dänemark 2014 eine breite Infraschall-Debatte mit der Folge, daß der Ausbau im bisherigen Windrad-Musterländle um 90% einbrach. Schon mal davon gehört? Eben. Uns werden die Risiken systematisch verschwiegen. Aber auch das beginnt sich zu ändern. Am 1. März 2015 berichtete die WELT am SONNTAG in großer Aufmachung über die dänische Debatte: Macht der Infraschall von Windkraftanlagen krank? Darin wird auch der Vorstandschef des Verbandes der dänischen Windindustrie mit den Worten zitiert:

Ein Großteil der dänischen Kommunen hat die Pläne für neue Windparks auf Eis gelegt, bis die staatliche Untersuchung über die Gesundheitsprobleme durch Infraschall abgeschlossen ist.